
Am 20. September 2026 ist Weltkindertag. Wir haben fünf Kinderrechte herausgesucht, die viele Erwachsene nicht auf dem Schirm haben, obwohl sie mitten in den Familienalltag hineinreichen.
Seit 1989 gibt es die UN-Kinderrechtskonvention, und fast alle Länder der Welt haben sie unterschrieben. Im Alltag wird trotzdem selten gefragt, welche Rechte ein Kind eigentlich hat, ganz unabhängig davon, wie brav es gerade ist. Zum Weltkindertag haben wir fünf davon zusammengestellt.
Ihr Kind darf mitreden
Bei allem, was es betrifft, hat ein Kind ein Recht darauf, gehört zu werden. Entscheiden müssen am Ende Sie. Die Meinung Ihres Kindes sollte nur vorher auf dem Tisch liegen und nicht hinterher.
Auch der Klaps ist verboten
Seit November 2000 steht in § 1631 Absatz 2 BGB, dass Kinder gewaltfrei aufwachsen dürfen. Gemeint ist deutlich mehr als der Klaps. Anschreien, Demütigen und entwürdigende Strafen gehören genauso dazu. An seine Grenze kommt irgendwann jeder, und dann darf man sich Hilfe holen. Dafür gibt es uns.
Spielen ist ein Recht
Freizeit, Ruhe und Spiel stehen in Artikel 31 der Kinderrechtskonvention, gleichberechtigt neben Bildung und Gesundheit. Ein Nachmittag ohne Programm ist deshalb nicht verschenkt. Freizeit ist auch keine Belohnung, die ein Kind sich erst verdienen muss.
Das Tagebuch bleibt zu
Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, auch gegenüber den eigenen Eltern. Das gilt für Tagebücher, für Chats und für eine geschlossene Zimmertür. Wenn Sie sich ernsthaft Sorgen machen, sprechen Sie Ihr Kind an, statt heimlich nachzulesen. Mitlesen kostet genau das Vertrauen, das es später dringend braucht.
Antworten, die es versteht
Kinder haben ein Recht auf Informationen, die sie verstehen. Bei einer Trennung, einer Krankheit oder Geldsorgen merken sie ohnehin, dass etwas los ist. Eine ehrliche Antwort in ihrer Sprache beruhigt mehr als Schweigen, weil die Fantasie sonst das Schlimmste dazudichtet.
Wenn es im Alltag schwierig wird
Kinder bestimmen durch diese Rechte nicht plötzlich, wo es langgeht. Sie sollen nur vorkommen, wenn Erwachsene entscheiden.
Wenn Sie im Familienalltag an Ihre Grenze kommen, rufen Sie uns an. Wir beraten Eltern, Kinder und Jugendliche vertraulich und kostenfrei am Schloßberg 3 in Saarbrücken. Sie erreichen uns unter 0681 38 75 63 60 oder per Mail an info@kinderschutzbund-saarbruecken.de.